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TdV Aktuell 23.11.2017 - 22:27
 
24.01.2003 Es wird hell im Apollo Theater!
42nd Street kommt - aber wohin gehen die Vampire?








Selten wurde eine Entscheidung in Stuttgart so sehnsüchtig erwartet, wie die gestrige. Welches Stück wird nach dem letzten Biss des Grafen von Krolock das Apollo-Theater zu seiner neuen Heimat ausrufen? Zwei Stücke waren es noch, die vor allem unter den Fans Hoffen und Bangen verursachten. Les Miserables zieht an Stuttgart vorbei und befindet sich weiter in der Lostrommel der Stage Holding, mittlerweile Global Player nicht nur im deutschen Musicalmarkt. 42nd Street heißt es ab November in der Plieninger Strasse.

Aber was ist eigentlich 42nd Street? Worum geht es, und wieso ausgerechnet Stuttgart? Viele Fragen, denen sich Uschi Neuß, Chief Operating Officer der Stage Holding Deutschland und Jan Verveer, Geschäftsführer der Stuttgarter Theater, gerne stellten.

Den Inhalt von 42nd Street in einer Minute erklärt, diese Aufgabe bewältigte Uschi Neuß mit einer interessanten Ausführung:

"42nd Street ist eigentlich eine echte Broadwaygeschichte. Ein junges Mädchen möchte Star werden und schafft das auch. Es wird im Grunde der Weg von ihrer Entdeckung bis zu ihrem Erfolg am Broadway dargestellt. Es passt eigentlich – auch wenn man sagt das ist ein Stück der 30er Jahre – sehr in unsere momentane Welt. Wir haben jetzt wieder diese ganzen Casting Shows im Fernsehen und alle nehmen Anteil daran, wie junge Menschen mit viel Talent dann doch irgendwie etwas werden wollen. Und das genau ist die Geschichte von 42nd Street."

Am Broadway hatte 42nd Street 1980 Uraufführung und spielte 8 Jahre lang mit großem Erfolg. Anfang Mai 2001 ging Joop van den Endes amerikanisches Unternehmen Dodger Stage Holding dann mit einer Revivalproduktion an den Broadway. Dort läuft es bei fast identischer Platzkapazität wie in Stuttgart mit einer Auslastung von 80% und mehr.

Schon am kommenden Montag wird das erste Produktionsmeeting mit dem Creative-Team in New York stattfinden und dann wird endgültig der Fahrplan für Stuttgart festgelegt. Wann wird wo gecasted, wie groß ist die Cast, wie integriere ich das Bühnenbild in das Theater und viele weitere Fragen besprochen werden. Die Sanduhr ist umgedreht und nun rieselt es unaufhörlich. Das letzte Sandkorn sollte dann im November der Erdanziehungskraft gewichen sein, denn dann soll es heißen "Vorhang auf für 42nd Street". 54 Castmitglieder mit 750 Kostümen sind es am Broadway. Ohne genaue Zahlen nennen zu können, verspricht Uschi Neuß jedoch eines: "Es wird eine große Show in Stuttgart werden! 42nd Street funktioniert nur, wenn es auch wirklich groß ist."

Joop van den Ende war es wohl, der hier maßgeblich mitentscheiden hat. Munkelt man nur, dass 42nd Street sein Lieblingsstück ist, so ist es doch verbrieft, dass er an seinen Aufenthalt in Stuttgart anlässlich der Premiere von Phantom der Oper noch einen Tag drangehängt hat und die Stadt und das SI-Centrum genauestens unter die Lupe genommen hat. "Glaubt mir – 42nd Street ist eine Produktion für die Region Stuttgart" war das Ergebnis dieser Recherche des Mannes, der sich eigentlich immer bescheiden im Hintergrund hält. Wir glauben ihm und lassen uns gerne überzeugen, dass auch diese Wohlfühlshow im Apollo Theater hervorragend ankommen wird.

Was passiert mit den Vampiren? Diese brennende Frage richteten wir an Jan Verveer, der sich nicht so ganz leicht tat mit seiner Antwort:

"Aus derzeitiger Sicht werden die Vampire Deutschland nicht verlassen. Es kann sein, dass eine Pause kommt. Dass sie erstmal mit Erfolg den Run hier in Stuttgart abschließen. Wir alle haben ein sehr gutes Gefühl, dass wir nicht im Nachhinein sagen müssen, „...hätten wir mal früher aufgehört“ oder „..das haben wir ganz tragisch abgeschlossen“. Wir wollen das auch, bevor da ein Moment käme, von „jetzt wird es ganz schwierig, das Haus noch vollzukriegen“. TdV wollen wir erfolgreich abschließen, damit wir diese Produktion auch wieder präsentieren können. Irgendwo anders im Norden oder in Richtung Berlin. Dafür gibt es im nächsten Jahr wieder einen Spielplan, dafür gibt es vielleicht noch in diesem Jahr einen Spielplan - da gibt es immer wieder auch Überraschungen. Ich denke, das TdV wieder auftauchen wird."

Nun sind Fakten vorhanden, und umso deutlicher wird der Abschied von den Vampiren, der noch 219 Tage weiter vorne im Kalender steht. Es sind noch 250 Shows aber auch 250 Chancen, die Vampire in Stuttgart zu sehen. Was nachkommen wird hat nichts mehr zu tun mit der Finsternis. „Alles wird hell“ – Professor Abronsius hat im Apollo Theater nunmehr jeden Abend Recht, wenn er diese Zeile singt. Es wird hell, es wird bunt und es wird eine "Wohlfühlshow" sein, die kommen wird.

Tickets für 42nd Street wird es voraussichtlich ab März 2003 geben. Informationen zum Stück und den Vorbereitungen gibt es schon sehr bald auf www.42nd-stuttgart.de.

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