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TdV Aktuell 21.11.2017 - 08:01
 
12.05.2002 Freitag halb drei in Stuttgart:
Bericht vom Put-In am 10.05.






















Put-In beim Tanz der Vampire. Für alle Beteiligten ist das an erster Stelle erstmal Schwerarbeit, denn die gesamte Show wird am Nachmittag vor der Abendshow einmal durchgespielt. So kann die Woche also auch einmal 9 Shows bedeuten. Das Put-In ist aber auch die Generalprobe für neue Castmitglieder oder Casties, die erstmals eine andere Rolle als Swing oder eine Zweitbesetzung übernehmen. So kann man die Darsteller und Hauptpersonen des Put-In leicht an ihren Kostümen erkennen, während allen anderen „Marscherleichterung“ gewährt ist und in normaler, bequemen Kleidung gespielt wird.

Put-In hieß es am Freitag um 14:30 Uhr auch Mathias Edenborn – Krolock, Dominika Szymanska – Sarah, Rutger Bulsing – Alfred, Matthias Dressel – Abronsius, Stephanie H. Tschöppe – Rebecca, Vanni Viscusi – Herbert, Peter Stassen – Koukol, Jacqueline van der Pohl – Nightmare Sarah und Robby Bürsing – Swingpart von Ben Kazlauskas. Viele spielfreie Casties, Ex-Casties und Kollegen von CATS und etwa 120 Mitglieder des TdV Fanclubs Stuttgart verfolgten dieses Put-In, neben dem Creative Team, das schlussendlich das Urteil über die Bühnenreife „der Neuen“ fällen musste.

Kurze Impressionen in der Reihenfolge des Auftritts:

Rutger Bulsing als Niederländer hat es ebenso wie sein „Erstbesetzungskollege“ Fredrick Wickerts nicht leicht, die schwierige und stets bühnepräsente Rolle des Alfred in deutsch durchzuspielen. Er spielte den Alfred jedoch, da die Phonetiker ganze Arbeit geleistet hatten, erstaunlich akzentfrei und wirkte auf der Bühne sehr agil; dies kann aber Einbildung sein, denn er ist mit Sicherheit der zierlichste Alfred, den wir on Stage in Stuttgart je hatten und manchmal beschlich einen der Gedanke – gib dem armen Kerl doch was zu essen.

Matthias Dressel schlüpfte an diesem Nachmittag in die Rolle des schrulligen Professor Abronsius. Selbstverständlich hatte auch er Alfred unter Kontrolle und auch der Fall in die Gruft schien ihm richtig Spaß zu machen – da war richtig Schwung dahinter. Auffallend bei Matthias war die ausgeprägte Mimik, die durch seine ausdrucksstarken Augen noch besonders betont wurde.

Stephanie H. Tschöppe als Rebecca schwang sowohl resolut den Kochlöffel um die Meute im Wirtshaus unter Kontrolle zu halten, als auch die Salami um ihrem Ehemann deutlich die Grenzen aufzuzeigen. Aber auch für Sie war die Show genauso früh vorbei wie für alle Rebecca-Darstellerinnen. Laken über den Gatten gezogen .... und Ende.

Dominika Szymanska, die sich in die „fast achtzehnjährige“ Wirtshaustochter Sarah verwandelte harmonierte mit Alfred, ihrem Mittel zum Zweck, sehr gut und konnte das kokette ebenso schnell ablegen, wenn der Graf in Erscheinung trat. Kleinere Pannen, wie Texthänger überspielte sie souverän, ohne sich aus dem Konzept bringen zu lassen.

Mathias Edenborn – neben Fredrick Wickerts Schwede Nummer 2 in einer Hauptrolle. Als Graf von Krolock wirkte er mit einer imposanter Bühnenpräsenz und einem Furcht einflößenden agieren, welches die Person Krolock noch respektvoller wirken ließ. In Kostüm und Maske fiel besonders die frappierende Ähnlichkeit zu Krolocksolotänzer Stephane le Breton auf.

Aus Skandinavien zurück in die Beneluxländer – Koukol in Person des Belgiers Peter Stassen humpelt und buckelt auf die Bühne. Bei dieser tragisch komischen Figur weiß man immer nicht, ob man ihn bemitleiden oder angesichts seiner Bosheit lieber hassen soll. Peter brachte sich voll in die Rolle ein; hatte die Brüller auf seiner Seite. Und wer einen Blick ins Parkett warf, sah den künstlerischen Leiter Cornelius Baltus schenkelklopfend und lachend auf seinem Platz sitzen.

Der erste Akt neigte sich dem Ende zu und einer fehlte noch in diesem ersten Akt........aber dann war es soweit...“dies ist mein Sohn Herbert“.... intonierte Mathias Edenborn und da schritt er aus dem Nebel – Vanni Viscusi, unser Krolock Solotänzer im Alptraum heute im Herbert Look. Mit wunderbar femininem Touch in der Stimme und einem umwerfenden Gang nahm er Alfred sogleich unter seine Fittiche. Göttlich auch das verliebt und unbeholfene dastehen, sowie die naiv verspielte Mimik nach Alfreds Flucht durch den Saal.

Im zweiten Akt dann Jacqueline van der Pol als Sarah Tänzerin im Alptraum. Jedoch nicht mit der Stammbesetzung Vanni Viscusi (der war ja bekanntlich in anderer Mission unterwegs), sondern mit Dance Captain Marc Bollmeyer in Kostüm und dem zivilen Alfred-Tänzer Kevin Hudson. Die drei legten ein gewohnt schönes Nightmare Tanzsolo auf die Bühne.

Zwei weitere wollen wir aber auch nicht vergessen: Bernhard Wünsch, der an diesem Nachmittag seine Taktstockpremiere bei TdV zelebrierte und Robby Wörsing, der seine Swing Premiere auf der Position von Ben Kazlauskas hatte.

Kurz vor 18:00 Uhr war dann auch das Put-In vorbei und die üblichen zwei Vorhänge wurden unter großem Applaus der ca. 200 Anwesenden ebenfalls noch geprobt. Als sich der Vorhang dann ein drittes Mal hob, sah man sich umarmende Darsteller, die glücklich waren, diese Generalprobe hinter sich gebracht zu haben. Sicherlich gab es Pannen – aber was wäre eine Live-Show ohne diese und ein schlechtes Ohmen ist es doch, wenn die Generalprobe wie Schmierseife durchläuft. So sitzt der Text beim nächsten mal mit Sicherheit und die Zähne landen im Mund und nicht auf dem Bühnenboden. Und wenn es doch einmal so wäre, dann ist es auch nicht schlimm.

5 Wochen nach der Premiere haben die ersten ihre zweite Bewährungsprobe nach dem Cast Put-In hinter sich gebracht. Allen Beteiligten an diesem Nachmittag ein herzliches Dankeschön – JETZT ERST RECHT! Auch darin wurden wir angesichts eines Hochmotivierten Ensembles einmal mehr bestärkt.

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