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TdV Aktuell 23.11.2017 - 16:44
 
16.01.2003 Der 10te Graf in Stuttgart!
Michael Nicholson feiert offizielle Premiere




















An diesem winterlichen Mittwoch feierte der Tanz der Vampire, 261 Shows vor dem Abschied aus Stuttgart, ein kleines Jubiläum. Michael Nicholson, neuer alternierender Graf von Krolock im Team von Polanskis Blutsaugern, spielt mit dieser offiziellen Premiere nicht nur seine 10te Show in Stuttgart – er führt die Riege der Grafen auch ins die Zweistelligkeit. Vorhang auf für Krolock-Darsteller Nummer 10, der sich an diesem Nachmittag den Fragen der Medien stellte.

Erfrischend offen stellt sich der 37-jährige sympathische Amerikaner, der erst seit 1995 in Deutschland lebt den Fragen und beantwortet diese in einem erstaunlich guten Deutsch. Vielleicht liegt dies auch an einer Geschichte, die klingt, wie einem Märchen entsprungen. Michael spielte seit 1995 das alternierende Phantom in „Das Phantom der Oper“ in Hamburg. 1997 wurde es dann wahr: Carla Michalski-Thamm, die in Hamburg als Christine auf der Bühne stand, heiratete ihr Phantom.

Ende November in Stuttgart angekommen hatte Michael gerade einmal 3 Wochen Zeit, die Rolle des Krolock und deren Facetten einzustudieren.. Angesichts von seinerzeit 6 Wochen Vorlaufzeit beim Phantom war dies eine Herausforderung, die er mit einer – wie er sagt - perfekten Hilfe von musikalischer und künstlerischer Leitung souverän gemeistert hat. Intensiv hat er sich mit dem Stück auseinandergesetzt, das er zuvor nur einmal im Mai 2002 gesehen hatte. Im Urlaub war es die CD der Wiener Produktion die bei den Nicholsons auf Dauerreplay lief. Steve Bartons Stimme ist es dann auch, die es Michael angetan hat. „Man hört die Emotionen bei seinen Stücken sehr deutlich heraus“ würdigt er den Ur-Krolock.

Der Fan von Sondheim, Streisand, Elton John und Billy Joel hat zusammen mit seiner Frau Carla im November 2001 seine erste CD veröffentlicht „Just Duet“ ist eine Musical-Compilation, die nicht nur hörenswert, sondern für mich persönlich eine der schönsten ist, die derzeit auf dem Markt sind. Michael verglich die Produktion mit einer Schwangerschaft. 3 Monate waren geplant und 10 sind es geworden. Mit allen Höhen und Tiefen und auch dem Gedanken irgendwann einmal hinzuschmeißen – gut, dass sie es nicht getan haben!

Um 18:30 Uhr begann dann der 1.157te Tanz der Vampire in Stuttgart und mit ihm die offizielle Premiere von Graf Nummer 10. Nach knappen 3 Stunden war es dann auch schon wieder vorbei und es galt eine möglichst objektive Kritik (gibt es die überhaupt?) gegenüber sich selber abzugeben. Nun hatten wir Michael bereits einmal bei seinem Put-In im Dezember beobachten können. Heute stand jedoch nicht Michael Nicholson auf der Bühne.... es war in der Tat Graf von Krolock. Michael spielt mit ganzem Herzen den Krolock und agiert mit einer Mimik, die einfach nicht zu vergleichen ist. Nach der Show haben wir verstanden, was er damit meinte, als er sagte „...ich bin inspiriert durch die Stimme von Steve Barton und versuche meinen eigenen Stil in die Rolle einzubringen....“ Die ist an diesem Mittwoch voll und ganz gelungen.

Standing ovations, Blumen von der künstlerischen Leitung und ein Lächeln in den Gesichtszügen des Grafen der Finsternis, haben wohl auch Michael darin bestätigt, dass er auf den Brettern dieser Bühne genau richtig ist. Michael wird in der Regel am Samstag und Sonntag Nachmittag im Apollo Theater zu sehen sein. Wenn Kevin Tarte, den Michael bereits seit der Zeit an der Eastman School of Music in Rochester kennt, in Urlaub oder anderweitig verhindert ist, dann wird er auch öfter on stage sein.

Was bleibt zu sagen nach diesem Abend.......vielleicht ist dies am besten zu beantworten mit einem Zitat aus einer aktuellen Stage Holding Produktion: Mamma Mia!: „Thank you for the music.....“ Neben einem ganz speziellen Dank an Michael geht natürlich ein Dank an die ganze Cast, die auch heute wieder den Tanz der Vampire erst zu dem gemacht haben, was ihn in Stuttgart so lange erfolgreich spielen lässt!

Seit gestern gibt es auch bei den Vampiren im Apollo Theater etwas neues. Leuchtete schon zur Phantom Premiere der Schriftzug des Palladium-Theater über dem Eingang, haben sich die Vampire nunmehr revanchiert. Von einer dezenten und illuminierten Stele wirbt das Apollo Theater schon vor dem Eingang mit seinem Namen.

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